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Meldung

Webinar: Recycling 4.0 – Smarte Sensorik und digitale Kreislaufprozesse für Bau- und Metallabfälle

Wie können digitale Technologien und smarte Sensorik Recyclingprozesse verbessern? Welche Rolle spielen KI und Bildverarbeitung dabei, Bau- und Metallabfälle effizienter zu sortieren und aufzubereiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Webinar „Recycling 4.0 – Smarte Sensorik und digitale Kreislaufprozesse für Bau- und Metallabfälle“. Die Projekte SoRec und KIMBA stellten ihre Forschungsansätze vor und zeigten, wie Digitalisierung konkrete Lösungen für Herausforderungen im Recycling bieten können.

Die Bauindustrie gehört zu den umweltschädlichsten Branchen. 2024 war sie weltweit für rund 34 % der CO₂-Emissionen verantwortlich und machte etwa 60% des Abfallaufkommens aus. Ein großer Teil dieser Materialien wird bislang jedoch nur unzureichend wiederverwertet, dabei steckt gerade im Recycling von Bauabfällen ein großes Potenzial, Ressourcen zu sparen und Emissionen zu reduzieren.

Auch in der Metallindustrie wächst der Handlungsdruck: Der Bedarf an Metallen steigt an, wie zum Beispiel für die Digitalisierung und die Energiewende. Gleichzeitig müssen neue Wege gefunden werden, um Metalle effizienter zu recyceln und Ressourcen zu schonen. Hinzu kommt, dass die Arbeit in der Metallverarbeitung häufig mit gesundheitlichen Belastungen verbunden sein kann, etwa durch Staub oder Schadstoffe.

Umso wichtiger werden neue Technologien, die Recyclingprozesse effizienter, automatisierter und sicherer gestalten können. Lösungsansätze bieten die beiden Verbundprojekte KIMBA und SoRec.

Im Projekt KIMBA wird eine sensorbasierte Inline-Analyse für die Korngrößenverteilung recycelter Baustoffe entwickelt. Statt zeitaufwendiger manueller Siebanalysen erfassen bildgebende Sensoren die Materialien direkt im Aufbereitungsprozess. Deep-Learning-Algorithmen bewerten die Materialqualität in Echtzeit. Dadurch kann ein automatisiertes Qualitätsmanagement entstehen, das die Zuverlässigkeit recycelter Baustoffe erhöht und eine adaptive Prozesssteuerung ermöglicht.
Cihan Varli präsentierte im Webinar die Forschungsergebnisse des Projekts und gab Einblicke in mögliche praktische Anwendungen.

Das Projekt SoRec beschäftigt sich mit der Digitalisierung feinkörniger, metallhaltiger Sortierprozesse in der Recyclingindustrie. Mithilfe kamerabasierter Erkennungssysteme und zusätzlicher Sensorik werden Prozessdaten wie Partikelgröße, Massendurchsatz und Störstoffe erfasst und zu einem umfassenden Datenbild zusammengeführt, das als Grundlage für einen digitalen Zwilling des Sortierprozesses dient. Ziel ist es, Sortier- und Recyclingsysteme teilautomatisiert zu betreiben, den Personaleinsatz zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Rückgewinnung zu erhöhen.
Shohreh Kia stellte im Webinar die Ansätze und ersten Ergebnisse des Projekts vor.

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Teilnehmenden mit den Referent*innen über die Potenziale digitaler Technologien für effizientere Recyclingprozesse und die Zukunft des Recycling 4.0.

Das Webinar fand im Rahmen der Fördermaßnahme Digital GreenTech – Umwelttechnik trifft Digitalisierung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) statt.

Die Aufzeichnung des Webinars können Sie hier ansehen:
 

YouTube

Eine Grafik zum Webinar, im Hintergrund ist ein großer Schutthaufen Steine zu sehen.