Lass das mal die Roboter machen:
nachhaltige Landwirtschaft mit Laser und KI
Im Zentrum steht ein autonomer Roboter, ausgestattet mit Sensoren, Kameras und einer modularen Lasereinheit. Er fährt batteriebetrieben über die Felder und erstellt währenddessen eine hochauflösende Karte des Pflanzenbestands. Mithilfe künstlicher Intelligenz erkennt das System einzelne Nutzpflanzen und Beikräuter und behandelt letztere gezielt mit einem Laserstrahl. Dieses sogenannte Laserweeding funktioniert präzise, kontaktlos und bodenschonend. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der mechanischen Unkrautbekämpfung, bei der der Boden teilweise vollständig umgegraben wird und große Mengen CO₂ freigesetzt werden können. Der Laser schwächt und beseitigt Unkraut bereits in frühen Wachstumsphasen und reduziert so die Konkurrenz der Pflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe. So kann er optimale Wachstumsbedingungen für die Nutzpflanzen schaffen.

Roboter Lero.03 live auf dem Feld: Der modulare Feldroboter kann nicht nur Laser-Weeding betreiben, sondern auch Samen aussähen.

Laserroboter statt Unkrauthacke: Im Videointerview verrät uns Dr. Sebastian Pütz von Nature Robots mehr über die Funktionsweise, Vorteile und Zukunftsperspektiven des Projekts.
Doch der Roboter sagt nicht nur unerwünschten Pflanzen den Kampf an: Das System analysiert parallel die Entwicklung der Kulturpflanzen im Zeitverlauf. So wird ein langfristiges Monitoring einzelner Pflanzenbestände aufgebaut, das Landwirt*innen Daten für die Optimierung der Anbausysteme liefert. Das kann wiederum besonders relevant für regenerative und bio-intensive Landwirtschaft sein, die auf Vielfalt, Bodengesundheit und geschlossene Nährstoffkreisläufe setzt.
Damit unterstützt das Projekt die Ziele des europäischen Green Deals und des Klimaschutzprogramms 2030, die unter anderem eine Reduktion chemischer Mittel und den Ausbau des Ökolandbaus auf 30 Prozent bis 2030 vorsehen. Auch wirtschaftlich eröffnet LALWeco neue Perspektiven – von der Arbeitszeitersparnis über Ertragssteigerungen bis hin zur gezielten Förderung positiver Pflanzeninteraktionen, sogenannter allelopathischer Effekte.
Sehen wir also schon bald Laserroboter auf den Feldern? Oder bleibt LALWeco noch Zukunftsmusik? Wie schnell das Projekt voranschreitet, hängt von politischen Entscheidungen wie der Förderung des Ökolandbaus oder einem Glyphosatverbot ab. Auch gesellschaftliche Entwicklungen, etwa ein steigendes Umweltbewusstsein und stärkeres Engagement für den Klimaschutz, spielen eine Rolle. Doch LALWeco verfolgt klare Ziele: Nach Erreichen von Technology Readiness Level 7, also dem Stadium, in dem die Technologie unter realen Bedingungen auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden kann, sollen die Systeme zertifiziert und anschließend bei Pilotkund*innen im praktischen Einsatz eingesetzt werden.